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Neuwaal, Schlandrauntal, Waalweg, wandern

Wandern im Schlandrauntal – Waalwege und ein Bergsee

Der Vinschgau ist reich an Waalen und somit auch an Waalwegen. Ganz besondere Vertreter dieser Gattung sind der Neuwaal und der Forrawaal oberhalb von Schlanders. Vor allem, weil sie nicht wie Spazierwege, sondern wie ausgewachsene Bergsteige anmuten. Beide führen das Wasser des Schlandraunbaches auf der orographisch rechten Hangseite des Schlandrauner Hochtales zum Vinschger Sonnenberg.

Wir werden heute beide Waalwege erwandern und dabei die Schlanderser Alm, die Kortscher Alm und den Kortscher See in unsere Bergtour mit einbeziehen.

Blick auf den Bergsee „Kortscher See“ im Talschluss des Schlandrauntals

Ausgangspunkt ist der Höfeweiler Talatsch oberhalb von Schlanders. Schon die Anfahrt von Kortsch über die schmale Bergstraße zum kleinen Parkplatz vor dem Talatscher Feuerwehrhaus auf 1.470 m Seehöhe ist ein Erlebnis.

Gemütlich auf Waalweg Neuwaal ins Schlandrauntal wandern

Die ersten 150 Höhenmeter haben es in sich, aber sobald man den Einstieg zum Neuwaal geschafft hat, geht es mehr oder weniger flach weiter. Der den Waal begleitende Waalweg ist grün, manchmal sehr eng und talwärts gesehen nach rechts teilweise sehr steil abfallend. Dadurch unterscheidet er sich sehr angenehm von den typischen breiten Waalwegen rund um Meran. Wir sind begeistert. Eine Herde Schafe kreuzt unseren Weg. Sie finden hier augenscheinlich massenhaft Futter.

Wir sind froh, dass es letztlich so viel geregnet hat. Unsere Vermutung ist nämlich, dass genau darum der Waal etwas Wasser führt. Die herrliche Waalwanderung ist gleichwohl gemütlich als auch ästhetisch genussvoll. Da ein grüner Pfad, dort Brücklein, hier eine Holzwasserrinne – toll! Der Blick zurück reicht bis zu den weißen Gipfeln der Ortleralpen. Zugegebenermaßen zum östlichsten Gipfel, dem Hasenöhrl.

Vorbei an der Schlanderser- und der Kortscher Alm

Nach insgesamt 3 km Wandergenuss erreichen wir kurz vor den Schupfer Almhütten die Forststraße, die das Schlandrauntal erschließt. Jetzt wandern wir leicht aufwärts, links des Schlandrauner Baches. Das enge Schlandraunertal ändert hier sein Gesicht und wird zu einem breiten, flachen Hochtal.
Kurz unterhalb der Schlanderser Alm (Alp Schlandraun) macht der Schlandraunbach in einem kleinen See kurz Pause. Ab der Schlanderser Alm fängt der Bach an, sich zu schlängeln. Apropos schlängeln: Eine giftige Schönheit am Wegesrand schlängelt sich nicht. Sie beobachtet uns argwöhnisch mit scharfem Kreuzotter-Blick.

Kreuzotter

Viel früher als die Kortscher Alm bekommen wir die Schwaltenhütte zu Gesicht. Erst im letzten Augenblick, da wir eine leichte Kurve passieren, taucht die Kortscher Alm vor unseren Augen auf. Leider können wir nicht Einkehren, weil wir jetzt Anfang Juni circa einen halben Monat zu früh unterwegs sind. Ab Mitte Juni wird sich das ändern.

Die Kortscher Alm

Ab der biozertifizierten Kortscher Alm, wir sind jetzt auf dem Wanderweg Nr. 4B unterwegs, wird es steiler. Es geht nun zwischen der Schwaltenhütte und dem rauschenden Schlandraunbach Richtung Saldurkamm empor. Von rechts stoßt der Steig Nr. 4 zu uns und vereint sich mit unserem Steig Nr. 4B. Jetzt geht’s auf dem 4er-Steig immer am Bach entlang bis zur Gebirgsterrasse, auf der sich der Bergsee befindet.

Am Kortscher See

Berggipfel steht heute keiner auf dem Programm. Wir begnügen uns mit dem 250 x 160 m großen Gebirgssee Kortscher See. Er liegt auf 2.500 m in einem einsamen Hochkar mit geschlossener Bergumrahmung, die nur nach Südwesten offen ist. Oberhalb des Sees liegen noch weitere Bergseen wie z. B. der Hungersee, der Hungerschartensee und die Schwarze Lacke. Würden wir über dern Bergpfad Nr. 4 weiter hinauf steigen, würden wir auf das Taschenjöchl bzw. Taschljoch kommen, welches den Übergang zum Schnalstal darstellt. Über dieses Joch werden jedes Jahr hunderte Schafe von Kortsch ins Schalstal und weiter in die österreichischen Ötztaler Alpen getrieben. Diese grenzüberschreitende Transhumanz ist übrigens von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt.

360° Blick auf den Kortscher See und das Schlandrauntal
360° Blick auf den Kortscher See und das Schlandrauntal

Zurück zum Kortscher See. Der reicht uns heute als Bergziel. Weil es in den letzten Tagen noch geschneit hat und auch die Bergtemperaturen nicht gerade hoch waren, liegt er heute unter einer Eisdecke verborgen. Nur ein kleines Stück an seinem südwestlichen Auslauf ist eisfrei. Ich erkunde ein wenig die Umgebung, während mein Bergkamerad ein Mittagsschläfchen hält. Rund um den See wachsen Alpen-Kuhschellen. Im Gegensatz zu den lilafarbenen Gewöhnlichen Kuhschellen haben sie weiße Blütenblätter.

Die Gipfel rund um den See sind mir nicht bekannt. Es müssten theoretisch folgende Spitzen sein: Gamskofel, Kortscher Schafberg und Berger Spitze. Letztere sind 3000er. Der Blick hinunter ins Schlandrauntal fällt in Schatten ab. Hier inmitten der Ötztaler Berge hängen die Wolken hartnäckig über den Gipfeln. Aber der Blick Richtung Süden zu den Ortleralpen mit Zufrittspitze, Hintere Eggenspitze, Laaser Spitze, Monte Cevedale und Vertainspitze ist sonnig.

Zurück entlang des Schlandraunbaches

Eine Stunde reicht. Wir steigen über den 4er Steig wieder ab und nutzen die Gelegenheit, etwas oberhalb der Abzweigung 4er Steig-4B Steig eine Fotopause einzulegen, da bald die Sonne schön zum Vorschein kommt.

360° Blick auf das Schlandrauntal mit der Kortscher Alm
360° Blick auf das Schlandrauntal mit der Kortscher Alm

Das tolle Gebirgstal mit seinem sich schlängelnden Gebirgsbach kommt hier besonders schön zu Geltung.

Zurück zum flachen Teil des Hochtales geht es nun auf dem 4er-Steig. Er ist im Unterschied zum 4B-Steig weniger steil, sodass der Abstieg glücklicherweise sehr knieschonend ist. Perfekt. Mein angeschlagener Meniskus dankt!

Auf diesem Weg kommen wir nicht an der Kortscher Alm vorbei. Wir stoßen auf Halbweg zwischen Kortscher- und Schlanderser Alm auf den Forstweg, den wir auch schon hochgelaufen sind.

Dieses Mal wandern wir direkt durch die Schlanderser Alm hindurch. Esel und Pferde weiden nebem der heute geschlossenen – weil noch zu früh in der Saison – Almwirtscaft. Wir marschieren zum kleinen Bachsee hinunter und beobachten die grasenden Kühe.

Fast verpassen wir den Einstieg in den Forrawaal. Ehrlich gesagt, nicht fast, sondern tatsächlich. Wir queren einfach steil den Hang hinauf, denn diesen zweiten Waal wollen wir uns nicht entgehen lassen.

Wanderung entlang des Forrawaals hinaus zum Vinschger Sonnenberg

Und wir haben Recht. Der Forrawaal ist in unseren Augen noch schöner, weil noch natürlicher als der Neuwaal. Wir kommen so richtig ins Schwärmen. Was für ein Augenschmaus! Wir sind gerade noch auf felsigen Bergpfaden unterwegs gewesen, jetzt schlendern wir auf dem flachen, grünen Waalweg den steilen Hang des Schlandrauntals hinaus.

Immer wieder müssen wir stehen bleiben, weil uns die traumhafte, teilweise Lärchenwiesen-Landschaft mit dem lustigen Rinnsaal in den Bann zieht. Hier gilt: Je langsamer, desto besser, denn umso länger ist der Wandergenuss!

Der grüne Forrawaal, ein ganz besonderer Waalweg

Die mächtigen Gipfel der Ortlergruppe kommen zum Vorschein, was uns ein wenig traurig stimmt, denn es sieht nun so aus, als hätten wir den Sonnenberg erreicht und würden bald in Talatsch ankommen.

Ja, genau so ist es. Kurz nach einem braunen Schild „Forrawaal”, welches Radfahrern die Durchfahrt verbietet, müssen wir links hinunterbiegen. Wir steigen unmarkiert über eine Wiese auf der neugierige Kühe grasen ab. Bald darauf blicken wir auf das tief unter uns liegende Schlanders und Kortsch. Der Vinschau in seiner ganzen Pracht breitet sich vor uns aus.

Schlanders, Vinschgau

Der unmarkierter Steig leitet uns nun zur Höfegruppe Außereggen. Anschließend geht es markiert zurück zur Feuerwehrhalle Talatsch und somit zum Ausgangspunkt dieser herrlichen Bergwanderung. Die hatte nämlich alles zu bieten, was das Wander- und Bergherz begehrt: flache Waalwege, gemütliche Almwege und felsige Bergwege. Super!

Wanderkarte mit GPX Download der Bergtour

Akt. Position: -km, -m
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50 100 150 200 5 10 15 Entfernung (km) Höhe (m)

Eckdaten der Tour

Wandern im Schlandrauntal – Waalwege und ein Bergsee

  • Dauer: 6:50 h
  • Distanz: 19,5 km
  • Bergauf: 1.066 m
  • Bergab: 1.059 m
Um welche Art von Tour handelt es sich?
Es handelt sich um eine Tour der Kategorie Bergtouren
In welcher Region befindet sich die Tour?
Die Tour befindet sich in der Region Vinschgau
Um welche Bergkategorie handelt es sich? Auf welcher Höhe liegt die Tour?
Es handelt sich hierbei um einen Berg der 2.000er Kategorie. Der tiefste Punkt der Tour liegt auf 1.468 m über dem Meeresspiegel. Der höchste Punkt der Tour liegt auf 2.512 m über dem Meeresspiegel.
Wie lang ist die Strecke?
Die Tour ist 19,5 km lang.
Wie streng ist der Aufstieg (Länge, Höhenmeter, Steigung)?
Es sind 10,2 Kilometer und 1.066 Höhenmeter im Aufstieg zu bewältigen. Das entspricht einer durchschnittlichen Steigung von 12,8 %.
Wie anspruchsvoll ist der Abstieg (Länge, Höhenmeter, Steigung)?
Im Abstieg sind 9,0 Kilometer und 1.059 Höhenmeter zu bewältigen. Das entspricht einem durchschnittlichen Gefälle von 14,5 %.
Wie viel Zeit werde ich für die Tour brauchen?
Ein durchschnittlicher Wanderer benötigt für die reine Gehzeit ca. 8:05 Stunden, ein geübter Wanderer ca. 6:50 Stunden.
Dieser Wert kann individuell stark variieren. Siehe Gehzeitrechner.
Wie viele Kalorien werden bei der Tour verbrannt?
Bei der Wanderung werden ca. 2.498 kcal verbrannt.
Es ist zu beachten, dass die Berechnung des Kalorienverbrauchs auf Faustformeln und allerlei Annahmen beruht, z.B. Gewicht=75 kg, Kalorienverbrauchsvorgaben für Aufstieg, Abstieg, flach usw. und daher nur eine Schätzung und keine exakte Angabe liefert. Wenn du deinen Kalorienverbrauch selbst berechnen möchtest, dann schau dir diesen Kalorienrechner an.
Gibt es interessante Wegpunkte?

Ja, es gibt interessante Wegpunkte. Hier ist eine Liste:

  • Kortscher Alm (Restaurant)Höhe: 1.998 m ü. d. M.GPS: 46.696873, 10.766816Kortscher Alm (Restaurant) Schlandrauntal 42 39028, Schlanders - Silandro, Bolzano - Bozen, ITA +393205711682
  • Kortscher See (See, Teich)Höhe: 2.510 m ü. d. M.GPS: 46.714940, 10.776837
  • Schlanderser Alm - Malga di Silandro (regional, Restaurant)Höhe: 1.895 m ü. d. M.GPS: 46.681960, 10.766516Schlanderser Alm - Malga di Silandro (regional, Restaurant) 41 39028, Schlanders - Silandro, Bolzano - Bozen, ITA
  • Schlandraunbach - Rio di SilandroHöhe: 1.832 m ü. d. M.GPS: 46.678773, 10.770492
  • Schupferhof (Bauernhof)Höhe: 1.806 m ü. d. M.GPS: 46.674664, 10.773683
  • Talatsch - TalaccioHöhe: 1.458 m ü. d. M.GPS: 46.646404, 10.771387

Fotoimpressionen Waalwege, Schlandrauntal, Schlanderer Alm, Kortscher- Alm und See

4 Kommentare über “Wandern im Schlandrauntal – Waalwege und ein Bergsee”

  1. Karl-Heinz Weller says:

    Hey Dietmar und nochmals gutes neues Jahr

    Das sind mal wieder tolle Bilder. Den Neuwaal bin ich auch mal gelaufen das ist noch gar nicht so lange her. Ich hatte mir diese Waalwanderung durchs Schlandrauntal an einem kühlen bedeckten Tag ausgesucht, kam aber nicht bis zum Kortscher See, da es dann auch noch leicht mit Regnen anfing.
    Ich drehte kurz vor der Kortscher Alm um nachdem ich zuvor durch das Almgelände der Schlanderer Alm die damals (Früher Herbst Mitte September) ziemlich verlassen und etwas naja (passt auf einer Alm der Ausdruck ungepflegt? – vermutlich nicht oder ?) schien. Da das Wetter kaum zum Wandern einlud war ich weit und breit in diesem stillen und wunderschönen Tal der einzige Wanderer. Ich weiß noch dass ich an dem See am Schlranderer Bach schöne Fotomotive hatte, es war nebelig und die Nebelschwaden waberten wunderschön über den See.

    Daher kann man in den Seitentälern des Vinschgaus und überhaupt in Südtirol gerade bei so einem Wetter die Natur und Einsamkeit noch richtig spüren.
    Da passt auch mein Wochenspruch meines Kalenders recht gut dazu:
    “ DIE STILLE UND EINSAMKEIT DES AUGENBLICKS GIBT UNS KRAFT UND MUT FÜR DEN ALLTAG“.
    Dies wünsche ich Dir bei der Bewältigung deiner kommeden Aufgaben und für die Zukunft.

    P.S. Leider ging ich deinen 2. Abschnitt – dem Forrawal- wegen dem immr schlechter werdenden Wetter nicht mehr, doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
    Dein Wanderfreund Charly aus dem schwäbischen Wald sendet Dir liebe Grüße

  2. Hallo Charly,
    leider habe ich deinen Kommentar erst jetzt gesehen, weil ich viel zu tun hatte und selten „im“ Blog war. Nun möchte ich mich wieder etwas mehr mit dem Wanderblog beschäftigen, aber nicht unbedingt mit neuen Touren, sondern mit der Aufarbeitung alter Wanderungen. Das ist viel interessanter als ich dachte, weil oft vergessene schöne Erinnerungen aufkommen.

    Was das Schlandrauntal betrifft, da hast du recht: Es ist ein stilles, einsames Tal. Wir waren allerdings schon vor der Saison dort. Schade, dass du den schönsten Teil, den Forrawaal, verpasst hast. Der ist wirklich ein Kleinod von Ursprünglichleit. Den solltest du auf jeden Fall mal machen, wenn du im Vinschgau bist – am besten, wenn die Chance auf Wasser im Waal besteht.

    Grüße
    Dietmar

  3. Karl-Heinz Weller says:

    Vielen Dank

    Vermutlich ist es im Herbst 2026 mit dem Vinschgau so weit, denn meine Planungen für Urlaub stehen für 2025 schon fest, dann werde ich es in meine Planung aufnehmen, allerdings will ich im Herbst mal ins Passeiertal, dass ich bisher immer nur gestreift oder bei weiten Fahrten von latsch durch das verkehrstechnisch entsetzliche Meran aufgesucht habe.
    In Stichworten habe ich vor:
    – Osterferien nach Oberbayern bei Mittenwald
    – Im Juni nach Olang
    – Daran anschließend ins ruhige Matrei in Osttirol
    – Im August mit Partnerin ebenfalls nach Osttirol
    – Im September mit Wanderfreund für 5 Tage ins Zillertal um an einem einsamen Gasthof langjährige Wandererinnerungen aufzufrischen.
    Du siehst ich werde ein bißchen untreu

    Doch natürlich bleibt Südtirol mindestens 1 X im Jahr auf der Booking List.

    Ich melde mich dann in den nächsten Wochen immer mal wieder um deine 2024 er Touren zu kommentieren.

    Bis dahin liebe Grüße
    von Charly

  4. Hallo Charly,

    wow, du hast ja ein ganz schönes Programm. Ich bin ein bisschen neidisch. Bei mir werden die Wanderungen und Bergtouren leider immer weniger. Ich muss mehr Rad fahren. Du weißt eh warum. Mal sehen, ob es dieses Jahr zumindest so viele wie letztes Jahr trägt.

    Grüße
    Dietmar

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